Überraschungen. Sie sind das Salz des Lebens, sagt man. Okay. Aber mehr noch: Sie sind auch unverzichtbare Elemente spannender Musik. Sie lassen uns aufhorchen. Machen uns neugierig. Auftritt Audiodope: Das Salzburg/Wien- Duo beherrscht das Spiel mit Überraschungen, auch wenn es nicht immer ein bewusstes ist.

„Girl, you make my heart spill / can I get a refill?“ Wer sein Girl mit einer derart charmanten, unverstellten und noch nie gehörten Liebeserklärung überraschen kann, hat schon gewonnen („Spill“). Und wer die frustrierte Lebensbeichte eines deprimierten Losers so mitreißend mit einem lässig groovenden Hip Hop Beat konterkariert wie in „My Daddy Hates Me“, hat unsere Aufmerksamkeit.

Audiodope, das sind Wolfgang Schramml und Fredi Themel, Musikfreaks beide, die Ende der 1990er Jahre mit ihren Partys, die DJ-Set mit Live-Elementen koppelten, die Salzburger Szene aufmischten. Parallel dazu entstanden eigene Tracks, die sich nie um Erwartungshaltungen und Genres scherten und aus dem riesigen Fundus der populären Musik verschiedenster Epochen
schöpften.

1999 gab’s mit „The Future Sound of Käferheim“ ein erstes, im Eigenverlag erschienenes Album, dessen vielseitige elektronische Nummern überraschenderweise genauso viel Airplay auf FM4 wie Ö1 bekamen. In den Jahren danach Remixes für österreichische Acts von Heinz aus Wien bis Louie Austen und jede Menge frische Tracks, die sich leicht in Richtung Pop
bewegten. Mehr Gesang und akustische Elemente, Live-Schlagzeug.

Doch die Stücke verschwanden trotz Interesses einiger Labels in der Schublade. Warum? Das ist nun wiederum keine große Überraschung: Die Bedingungen von Plattenfirmen und Verlagen waren Audiodope zu absurd. Man soll die Rechte an seinen Songs abgeben und trotzdem einen großen Teil der Produktionskosten selber berappen? Nein danke. Dieses Spiel wollte Wolfgang Schramml, selbst Studiobesitzer und feste Größe im Salzburger Audio-Business, nicht mitspielen.

Schnitt ins Jahr 2011. Sabina Hank, ihres Zeichens begnadete Jazz-Musikerin und Sängerin, fällt das in der Substanz praktisch fertige Audiodope Album per Zufall in die Hände. Selbst Labelbetreiberin von Meander Records, beschließt sie begeistert: Diese Musik muss veröffentlicht werden. Das wird sie nun. Zur Überraschung von Audiodope selbst.

Archäologie. Für Freunde, Nachbarn und alle, die offene Ohren für unerwartete musikalische Rezepturen haben. Für zeitlose jazzige Stimmungen und Bläsersätze auf dem Rücken von fiebrig galoppierenden Grooves („Cavities“, „Dope Is Back“). Für Popmelodien, die Querflöte, elektroide Bässe, Vocoderstimmen und Liebe vereinen („Love Is All Around“). Für treibende
Speed-Beats, die dann doch in einen akustisch anmutenden Gitarrenakkord münden („Speeddating“). Für seelenvolle, atmosphärische Balladen, geformt aus Klappergeräuschen und dem Sound von rollenden Kugeln („Croon“). Überraschungen? Jede Menge. Aber passen die Songs ins Jahr 2011? Und wie. „Diese Form von eklektischem Stil ist wieder en vogue“, sieht Schramml die Zeit reif für die Audiodope Songs aus der ersten Hälfte des abgelaufenen Jahrzehnts. Denn Vielseitigkeit groovt.

Die Ausgrabungen waren erfolgreich. Meander Records hat einen Schatz gehoben. Ein Album aus der Vergangenheit mit Songs für die Zukunft? Lassen Sie sich überraschen.
Offizieller Pressetext (FT, 2011)

Pressetext zum downloaden:

audiodope_01_OffiziellerPressetext_Austria_2011